Die Malediven sind ein Reiseziel, das sein Versprechen hält. 1.192 Koralleninseln, über 26 Atolle verteilt im Indischen Ozean, jede Insel kaum einen Meter über dem Meeresspiegel – das ist die geographische Realität eines Landes, das buchstäblich im Meer schwebt. Das touristische Modell ist einzigartig: Fast jedes Resort belegt seine eigene Insel, ohne andere Hotels oder Infrastruktur in Sichtweite. Das schafft eine Exklusivität, die kein anderes Reiseziel in dieser Form bietet. Die eigene Bucht, der eigene Strand, das eigene Hausriff – das sind die Malediven.
Das Overwater-Bungalow ist die Ikone der Malediven – und es ist genau so gut wie man glaubt. Direkt über der Lagune auf Stelzen gebaut, mit einem Glasfußboden durch den man die Fische schwimmen sieht, einer Leiter direkt ins Wasser und einer Terrasse, von der aus der Horizont in allen Richtungen aus Wasser besteht. Der Sonnenuntergang von einer westlich ausgerichteten Wasservilla – das türkis-orangene Licht über der Lagune – ist eine der schönsten Erfahrungen, die Reisen bieten kann. Bei der Buchung auf die Ausrichtung achten: Westzimmer für Sonnenuntergänge, Ostzimmer für Sonnenaufgänge.
Die Unterwasserwelt der Malediven ist eine der artenreichsten der Erde. Die Riffe sind farbintensiv und von einer Vielfalt, die jeden Taucher und Schnorchler begeistert – selbst jemanden, der vorher nie Schnorcheln war. Walhaie sind im Südatoll regelmäßige Sichtungen – majestätische Tiere von bis zu 12 Metern Länge, vollkommen harmlos für Schnorchler. Mantarochen, Riffhaie, Schildkröten, Napoleonfische und Hunderte von Riffarten sind das Standardprogramm. Die Wasserklarheit von 20 bis 30 Metern macht selbst einfaches Schnorcheln zu einem Erlebnis.
Ein ehrlicher Hinweis zu den Kosten: Die Malediven sind teuer – und zwar genuein teuer, nicht nur teurer als die Türkei. Essen und Getränke auf den Inselresorts werden zu Luxushotelpreisen abgerechnet, Ausflüge kosten mehr als anderswo, und selbst einfache Resorts haben Preise, die in Europa als luxuriös gelten würden. Ein realistisches Budget für eine Maledivenwoche liegt deutlich höher als man zunächst kalkuliert. Wer dennoch sucht: die einheimischen Gästeinseln wie Maafushi bieten günstigen Lagoonenzugang und guten Schnorchel-Einstieg bei einem Bruchteil der Resortpreise.
Reisetipps für die Malediven
- –Beste Reisezeit: November bis April ist die Trockenzeit – ruhigere See, klareres Wasser, bessere Sichtweite beim Tauchen und Schnorcheln.
- –Transfer beachten: Vom Flughafen Malé geht es per Wasserflugzeug (spektakulär, 20-45 min) oder Schnellboot – je nach Resort-Lage sehr unterschiedliche Transferzeiten und -kosten.
- –Nebensaison für Preise: In der Zwischensaison (Mai-Oktober) sind die Preise teils deutlich günstiger – das Wetter ist weniger verlässlich, aber Regen kommt meist in kurzen Schauern.
- –Einheimische Inseln: Maafushi und andere Local-Islands bieten Gästehäuser ab 80 Euro pro Nacht mit Lagoonenzugang – ideal für Budgetbewusste, die das Malediven-Erlebnis wollen.